Interview

Teufel im Detail
von Jürgen Tschamler (02.01.2012)Als Eschenbach 2009 mit ihrem gleichnamigen Debutalbum in der Szene einschlugen, war die Aufmerksamkeit groß. Allerdings lag dies eher an dem Umstand, dass ex-Böhse-Onkelz-Mastermind Stephan Weidner als Mentor der Band galt und Ben Tewaag (Sohn von U...
WeiterlesenAls Eschenbach 2009 mit ihrem gleichnamigen Debutalbum in der Szene einschlugen, war die Aufmerksamkeit groß. Allerdings lag dies eher an dem Umstand, dass ex-Böhse-Onkelz-Mastermind Stephan Weidner als Mentor der Band galt und Ben Tewaag (Sohn von Uschi Glas) den Mikrobeißer spielte, bis er abdankte. Dass das Debutalbum unter enormen Schwierigkeiten fertiggestellt wurde, beweist allerdings, dass es sich bei den Musikern der Band um keine Weicheier handelt, sondern um Jungs mit Idealen. Mit "Alles in allem" steht nun der langerwartete Nachfolger an und überzeugt auf Anhieb. Wir sprachen mit Namensgeber, Bandleader und Gitarrist Philip Eschenbach, der gerade mit der Band von einer erfolgreichen Tour mit Der W zurückkam. "Wir waren 2011 ja zwei Mal mit Der W auf Tour. Beide Touren waren unglaublich. Die eine in den ganz großen Arenen und die jetzige etwas kleiner. Das Feedback von den Leuten war super, ebenso die Stimmung im Team. Ich fand die Tour jetzt aber geiler als die erste, obwohl die erste wesentlich größer war." Stephan Weidner ist bekanntermaßen so etwas wie euer Mentor. Inwieweit hatte er auf dem neuen Album seinen Einfluss geltend gemacht? "Bei der ersten Platte hat er ja auch Texte beigesteuert, dazu haben wir beide zusammen arrangiert, was schon extrem war. Instrumental hat allerdings bei beiden Alben alles gestanden. Beim neuen Album hat er viel beim Sound dazugegeben. Er hatte so eine Vision, wie er die Platte sieht. Sehr straight, sehr rockig, wenig Effekthascherei. Wir hatten 25 Songs für das Album gemacht, die sehr ausgereift waren. Die Songs standen sozusagen ganz. Er hat dann mal eine Liste gemacht, was ihm am besten gefällt und wir haben das dann umgesetzt. 15/16 Stücke wurden ausgewählt und letztendlich haben es 12 auf die Platte geschafft. Auf dem letzten Album war noch mehr kreativer Input von Stephan dabei, was Texte und Melodien anging, bei der neuen hat er sich hauptsächlich auf den Sound konzentriert. Die Vorproduktion haben wir in München gemacht, dann sind wir nach Frankfurt und haben dort Schlagzeug und Bass aufgenommen. Danach gab es leider einen ganz kurzen Baustopp, dann sind wir mit unserem Kram im Auto nach Ibiza runter und haben dort Gesänge und Gitarren eingespielt. Danach noch mal kurz nach Frankfurt für die Leadgitarren und kleinen Schnickschnacks und dann haben wir die vier Nummern, die dir nun auch vorliegen, abgemischt." Kann man diese vier Songs (siehe Albumreview) als generellen Maßstab für "Alles in allem" nehmen oder sind das die rockigsten Songs des Albums zum Anfüttern? "Eschenbach hat von der Stimmung her ja auch etwas Tieferes und davon haben wir wieder ein paar Nummern auf dem Album..... Die Platte ist generell bunt gemischt. Bei ein paar Nummern gehen die Ellenbogen raus, ein paar Stücke schieben live sehr gut und es gibt auch wieder die eine oder andere Ballade. Eine tolle Akustiknummer von Riitchy (Schwarz), unserem Sänger." Wie wichtig ist der textliche Bestandteil der Songs? Oder ist der eher zweitrangig bei euch? "Die Musik entsteht erst einmal, indem ich einen Song instrumental schreibe. Die Texte kommen danach. Generell fallen deutsche Texte mehr auf, da die Leute ja alles verstehen. Ich habe sehr lange in englischsprachigen Bands gespielt, da hat kaum jemand auf die Texte geachtet. Erst als ich eine Band mit einem Kumpel gründete die deutsche Texte hatte, viel mir auf wie genau die Leute da zuhören. Unseren Fans sind die Texte enorm wichtig. Riitchy ist von uns beiden der bessere Texter, meine Texte sind etwas flacher als seine. Mit den Texten wollen wir definitiv was aussagen, rüberbringen. Das hat einen hohen Stellenwert für uns."