Interview

Schlicht und einfach Metal!
von Andreas Reissnauer (28.03.2007)Mit dem pragmatisch "Metal" betitelten neuen Album beweist Jeff Waters, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. "Nein, der Titel ist kein Statement. Die Idee stammt von meiner Website www.annihilatormetal.com. Nur Annihilator als Name war sc...
WeiterlesenMit dem pragmatisch "Metal" betitelten neuen Album beweist Jeff Waters, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. "Nein, der Titel ist kein Statement. Die Idee stammt von meiner Website www.annihilatormetal.com. Nur Annihilator als Name war schon vergeben, also musste ich seinerzeit das Metal hinzufügen. Außerdem werde ich oft angesprochen und gefragt, was für Musik ich spielen würde. Metal ist da die einfachste Antwort." Jeff, du hast Annihilator in den letzten Jahren des öfteren als dein eigenes Projekt und weniger als Band bezeichnet. Auf dem neuen Album tummeln sich unzählige Gastmusiker. Trägst du die Idee hierzu schon länger mit dir herum? "Das Album war schon fertig, ehe Corey von Trivium und Michael Amott von Arch Enemy fast am selben Tag anriefen und mir anboten, ein Solo beizusteuern. So kam das ganze ins Rollen und ich gab Solo um Solo ab - hauptsächlich an Musiker, von denen ich wusste, dass sie Annihilator-Fans sind. Das tut mir überhaupt nicht weh, denn alle Gäste sind großartige Musiker und ich bin unheimlich stolz darauf, dass sie auf dem Album zu hören sind. Das gleiche gilt natürlich auch für Angela Gossow und Danko Jones." Die von Jeff eingespielten Soli wanderten übrigens komplett in den Mülleimer. "Ich habe keine Verwendung mehr dafür. Denn obwohl ich so viele Gäste auf der Scheibe habe, spiele ich immer noch zahlreiche Soli auf ,Metal'. Es ist tatsächlich das Annihilator-Album mit den meisten Gitarren-Soli überhaupt!" Der Aufwand dürfte immens gewesen sein. "Allerdings", stöhnt der Kanadier. "Zugesagt hat man ja schnell, aber die ganzen Leute sind natürlich auch mit ihren eigenen Bands beschäftigt, so dass es dauern kann, ehe so ein Solo im Kasten ist. Außerdem mussten natürlich Freigaben der Labels eingeholt werden. Es lief zwar alles glatt unterm Strich, entbehrte aber nicht einer gewissen Anstrengung. Ich habe viele Telefonate führen müssen." Deine Teilnahme an der "Roadrunner Allstars" CD hat dich aber nicht zu diesem Album inspiriert, oder? "Nein, auch wenn es naheliegen würde. Die einzige Querverbindung zu dem Projekt besteht darin, dass ich bei der Show zur Präsentation jenes Longplayers Corey von Trivium kennengelernt habe." Jeff Waters wurde in den letzten 18 Jahren immer wieder von geschäftlichen wie privaten Problem heimgesucht. Diese Geschichten scheinen dich zu verfolgen. "Das ist sicherlich richtig, aber trotzdem gelingt es uns, in regelmäßigen Abständen Platten zu veröffentlichen. ,Metal' ist das zwölfte Album in 18 Jahren! Von den ganzen Bands, die in den Achtzigern angefangen haben, gibt es nur ganz, ganz wenige, die das so konsequent durchgezogen haben wie wir. Fast alle von ihnen haben sich entweder aufgelöst oder irgendwann mal eine längere Auszeit genommen." Die Freundschaft mit Trivium geht mittlerweile so weit, dass die Senkrechtstarter aus Florida Annihilator als direkten Support mit auf ihre Europa-Tournee nehmen. "Ob ich mir davon einen Karriereschub erhoffe? Nein, aus dem Alter bin ich heraus, als dass ich daran noch glauben könnte. Ich möchte einfach eine gute Zeit haben und hoffe, dass wir den Trivium-Fans gefallen werden."
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Metal ist da die einfachste Antwort