EMP Redaktion
von Adam Weishaupt(24.03.2011)Amorphis kehren (zumindest textlich) zu den mythologischen Ursprüngen der Geschichte zurück und führen einen abermals durch den Spirit der Kalevala. Für die Finnen eine unendliche Quelle der Inspiration, auf der ihr mittlerweile stark Siebziger und Folk beeinflusster, melancholischer Metal basiert. Dabei spannt das Sextett um Rasta-Frontmann Tomi Joutsen den Bogen dieses Mal besonders weit, dringt teils in Power Metal-Bereiche vor und lässt auch ihre Wurzeln, die im melodischen Death Metal liegen, des Öfteren durchschimmern. Stets jedoch getränkt in ein Bett aus fabelhaften, fantasievollen Melodien -die auf dem Faible für Classic Rock, der Marke Jethro Tull und Led Zeppelin, von Gitarrist Esa Holopainen beruhen. Dabei ragt jeder einzelne der zwölf Tracks, sowie der Digipak-Bonus, hervor und fügt sich als Teil dieses ganzen, abermals mächtigen Gesamtkunstwerks, zusammen.
Interview
Mythologische Zeitreise
von Adam Weishaupt (22.03.2011)Seitdem Frontmann Tomi Joutsen vor sechs Jahren zu den Finnen gestoßen ist, erleben diese ihren zweiten Frühling und haben sich längst zum Mega-Act gemausert. "The beginning of times" ist ihr zehntes Album und präsentiert abermals eine eindrucksvolle...
WeiterlesenSeitdem Frontmann Tomi Joutsen vor sechs Jahren zu den Finnen gestoßen ist, erleben diese ihren zweiten Frühling und haben sich längst zum Mega-Act gemausert. "The beginning of times" ist ihr zehntes Album und präsentiert abermals eine eindrucksvolle Symbiose aus melancholischem Rock/Metal mit starkem Hang zu den Siebzigern und nordischer Folklore. "Inklusive dem Bonustrack des Digipaks haben wir 13 Songs auf dem neuen Album, so viele wie noch nie - doch wir konnten keine Nummer weglassen, da wir von allen vollkommen überzeugt sind", sprudelt es aus Gitarrist Esa Holopainen, der just von seinem Spaziergang aus dem Grünen nach Hause gekommen ist. "Das gesamte Werk ist sehr eigenständig und unheimlich vielseitig", führt der Bandgründer fort. "Es enthält eine Menge Rockelemente, aber auch mitunter sehr viele harte Metalparts, die an unsere Ursprünge erinnern. Im Grunde ist für jeden Amorphis-Fan etwas dabei." Die Herangehensweise war dieses Mal anders, denn von Anfang an stand das Konzept der CD. Dieses handelt von der Gottheit Väinämöinen, "an die die Leute früher geglaubt haben. Er ist eine zentrale Person der Kalevala", so Holopainen. Dabei geht es auch, wie im Coverartwork zu sehen ist, um die mythologische Geburt der Erde aus einem Schellenten-Ei. "Es war eine Herausforderung, die Musik auf den Texten basierend zu schreiben, doch das Ergebnis ist eine Einheit und ich bin unheimlich stolz darauf. Tomi hat zusammen mit Marco Hietala (Nightwish) am Gesang gearbeitet und wir waren alle sehr gespannt, welches Ergebnis sie uns präsentieren. Wir haben ein sehr großes Vertrauen zueinander, daher hat jeder sehr viele Freiheiten und trägt seinen Beitrag zur Musik und den Arrangements hinzu." Was Amorphis von anderen Bands unterscheidet, ist das unglaubliche Faible für Folk inspirierte Melodien und Siebziger Sounds - für die vor allem Esa als Gitarrist sowie Keyboarder Santeri Kallio verantwortlich sind. "Es kommen viele Faktoren zusammen: die momentanen Gefühle, Dinge oder Musik die ich mag und die spezielle Idee, die einem im Kopf herumschwirrt. Ich komme meist mit einem bestimmten Gefühl und Gedanken aus der Natur zurück und nehme diese Ideen dann auf." Musikalisch ist der Finne ebenfalls sehr aufgeschlossen und schätzt dabei vor allem die alte, klassische Schule. "Ich höre zurzeit sehr viel Jethro Tull und liebe natürlich Acts wie Led Zeppelin oder Pink Floyd. Aber ich interessiere mich auch für neue Bands, z. B. gefallen mir Riverside aus Polen unheimlich gut. Mir gefällt es, dass die unterschiedlichsten Stilistiken mittlerweile ineinander geflossen sind und neue Strömungen ergeben haben." Bestes Beispiel ist dabei die neue Nummer "Song of the sage", welche mit lupenreinem Power Metal beginnt, sich in das melodische Death Metal-Metier vorspielt und schließlich in progressivem Folk endet. Der Gitarrist schmunzelt: "Wir lassen uns immer von unsere Gefühlen leiten und im übertragen Sinne dahin treiben. So bleibt es immer spannend und das Ergebnis ist nie berechenbar und stets frisch. "The beginning of times" ist ganz großes Kino und eine fantastische, inspirierende Reise durch die nordische Mythologie.
Finnlands Groovemonster lassen es wieder krachen
von Jürgen Tschamler (05.07.2007)Finnlands Amorphis sind inzwischen eine feste Größe im Musikzirkus. Die Band zeichnet sich durch fette Grooves, dichte atmosphärische Riffs und melancholische Songstrukturen aus. Kein Wunder also, dass gerade ihr letzte Album "Eclipse" wie eine Bombe...
WeiterlesenFinnlands Amorphis sind inzwischen eine feste Größe im Musikzirkus. Die Band zeichnet sich durch fette Grooves, dichte atmosphärische Riffs und melancholische Songstrukturen aus. Kein Wunder also, dass gerade ihr letzte Album "Eclipse" wie eine Bombe einschlug und sich der neue Sänger Tomi Joutsen somit bestens präsentieren konnte. Ein Jahr später steht das Sextett mit einem neuen Album an der Startlinie. "Silent waters" führt die Linie des Vorgängers fort, setzt sogar noch einen drauf. Basser Niclas Etelävuori stand Rede und Antwort.
"Eclipse" ist kurz nach Veröffentlichung an die Spitze der finnischen Charts gestürmt. War das auch für euch eine Überraschung? "Klar war das eine Art Überraschung. Unsere letzten Alben haben sich alle gut in Finnland verkauft, aber keines hat es auf Platz 1 gepackt. Mit einem neuen Sänger in der Band wussten wir nicht, wie die Leute reagieren würden, haben daher eigentlich nichts erwartet. Aus dieser Warte gesehen war es dann natürlich schon eine Überraschung gewesen." Habt ihr euch jetzt nach solch einem überraschenden Erfolg unter Druck gefühlt als die Arbeiten zum neuen Album "Silent waters" begannen? "Nicht wirklich, es lief ziemlich gut beim schreiben und dieses Momentum haben wir genutzt. Vielleicht gab uns dieser Erfolg aber auch mehr Selbstvertrauen. Das war das erste Mal, dass ein Line-Up zwei Amorphis-Alben in Folge aufgenommen hat und ich denke man kann das ganz gut auf ,Silent waters' hören." Das neue Material klingt im Ganzen gesehen ähnlich wie "Eclipse", doch irgendwie wirkt es auch heavier. Würdest du das unterschreiben? "Es sind sehr viele emotionale Teile, aber auch sehr harte Passagen in den Songs. Ich denke beide Aspekte gehen mehr in die Tiefe als bei ,Eclipse'. Wer ,Eclipse' mochte, der wird ,Silent waters' auf alle Fälle mögen." Handelt es sich bei "Silent waters" erneut um ein Konzeptalbum? "Es ist eine Rebellen-Story über eine Mutter und ihren Sohn die in einer Nussschale eine Reise auf dem Tuonela-Fluss machen. Die Geschichte basiert auf einem Gedicht von Pekka Kainulinen, dessen Interpretation von Kalevala die Quelle für die Texte von ,Silent waters' waren." Denkst du, dass die Fans inzwischen euren neuen Sänger Tomi Joutsen voll akzeptiert haben oder trauern viele noch Pasi Koskinen nach? "Als wir einen neuen Sänger suchten, musste er Bandintern erst einmal voll akzeptiert werden - was wir schon Lange bevor wir ihn offiziell als Nachfolger vorstellten taten. Ich denke, dass der größere Teil unserer Fans ihn ebenfalls akzeptiert hat, und ehrlich gesagt, finde ich unsere Live-Performance 200 Prozent besser als zuvor." Das neue Album wird angeblich in zwei Versionen veröffentlicht. Wo liegt der Unterschied? "Klar, eines ist die Standardversion des Albums und die andere wird eine schön ausgearbeitet Digipak-Version mit einem Song mehr sein. Dieser Bonustrack findet sich allerdings auch auf der zuvor ausgekoppelten ,Silent waters'-Single. Das ist der einzige Unterschied."
ZITAT
... ehrlich gesagt, finde ich unsere Live-Performance 200 Prozent besser als zuvor.
Positive Veränderungen
von Jürgen Tschamler (03.01.2006)
Amorphis
Positive Veränderungen
von: Jürgen Tschamler
vom: 03.01.2005
Zweifelsohne gehören Amorphis zu den Wegbereitern der finnischen Metal-Invasion welche nun schon seit einigen Jahren auf Hochtouren läuft. Seit 1990 gibt es die Band und ...
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Amorphis
Positive Veränderungen
von: Jürgen Tschamler
vom: 03.01.2005
Zweifelsohne gehören Amorphis zu den Wegbereitern der finnischen Metal-Invasion welche nun schon seit einigen Jahren auf Hochtouren läuft. Seit 1990 gibt es die Band und hat ihren Stil ständig verändert, erweitert und konkretisiert. "Eclipse" heißt nun ihr 2006er Album, welches wieder die alten Stärken in den Vordergrund stellt. Wir hatten einen Small Talk mit Gitarrist Esa Holopainen.
Die letzten zwei Jahre waren vermutlich recht hart für euch. Neuer Sänger, einen kurzen Ausflug ins Majorlabel Lager, etc. Hat das euer Songwriting in irgendeiner Art beeinträchtigt?
"Ja, die Jahre waren relativ hart. Wir hatten Probleme das ,Far from the sun' Album zu promoten. Jeder hatte uns vor dem Majorlabel Deal gewarnt. Danach verließ uns unser Sänger Pasi Koskinen. Andere Dinge wurden ihm wichtiger und er war nicht mehr in der Lage zu touren. Es war recht hart einen neuen, geeigneten Sänger zu finden. Wir haben Tonnen von Demos gehört und Sänger angetestet, bis wir auf den richtigen Mann, Tomi Joutsen, trafen."
Mit einem neuen Sänger kommen auch Sound- und Stilistische Veränderungen in eine Band. Würdest du sagen Tomi hatte Einfluss auf die erneute Veränderung?
"Ich denke wir haben uns mit fast jedem Album verändert und diese erneute Veränderung wird die Fans nicht überraschen. Was wahrscheinlich überraschen wird ist, dass die Vocals aggressiver klingen und wir uns maßgeblich zu unseren Roots zurückbewegt haben. Tomi hat tolle Arbeit geleistet und seine Stimme variiert vom tiefen Growling bis hin zu sehr emotionalen Parts."
Mit "Brother moon" habt ihr einen fantastischen Song abgeliefert, eine wahnsinnige Melodie! Was ist einfacher zu schreiben: Ein Song mit einem Killerriff oder ein Track mit großer Melodie, also einer Art Ohrwurm?
"Klasse, dass du den Song magst. Er hat einen starken Folk-Vibe und ich nenne ihn ein Tribute für Thin Lizzy. Der härteste Teil der Songarrangements ist sicher der, die vielen kleinen Teile zu einem klaren Bild zusammenzufügen und Musik als auch Feeling in Einklang zu bringen."