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Mit dem Re-Release von "Versus the world" erscheint nun die vierte Wiederveröffentlichung der Schweden, zu der es ein ganz besonderes Schmankerl gibt: Eine schicke Box, in der alle vier Wiederveröffentlichungen Platz finden. Achtung: Die restlichen drei Re-Release werden nicht mitgeliefert!
EMP Redaktion
von Björn Thorsten Jaschinski(28.09.2009)Ein Pappkamerad fehlt noch in der Digipak-Neuauflage der ersten vier Kriegserklärungen, nachdem bei "The crusher" Drummer Frederik und Johann als Pop-Up-Figuren integriert waren. "Versus the world" kam schon in der Erstauflage 2002 als Doppel-CD heraus. Während heutzutage das Finale der Konzertserie in Bochum vom Dezember 2008 den zweiten Silberling ziert, waren es damals die MCD "Sorrow throughout the nine worlds" und beide Demos. Wer das Basisalbum noch nicht besitzt, wird als eifriger Konzertgänger vor allem die erste Hälfte kennen: "Death in fire" ist als Hymne ebenso etabliert, wie "Victorious march" oder "Pursuit of vikings" und auch das Titelstück ist ein Mitsing-Smasher erster Güte. "For the stabwounds in our backs" beginnt verhaltener, steigert sich aber in einen Blutrausch, während "Where silent gods stand guard" dem Titel gemäß eher auf Atmosphäre als pure Aggression setzt. Die Katatonia-Anklänge von "Across the rainbow bridge" begeistern ebenso wie der "Bloodshed" Groove.
Interview

Waldbrand und Weltenbrand
von Björn Thorsten Jaschinski (03.01.2011)Zweieinhalb Jahre sind ins Land gezogen, seit Amon Amarth mit "Twilight of the thundergod" zur letzten Attacke bliesen und auf der Tour zum Album erneut neue Maßstäbe setzten. Das Album wurde von einem Comic begleitet, die luxuriösen Wiederveröffentl...
WeiterlesenZweieinhalb Jahre sind ins Land gezogen, seit Amon Amarth mit "Twilight of the thundergod" zur letzten Attacke bliesen und auf der Tour zum Album erneut neue Maßstäbe setzten. Das Album wurde von einem Comic begleitet, die luxuriösen Wiederveröffentlichungen ihrer frühen Alben samt Bonus-Live-CD enthielten Pappmaschee-Pop-Up-Figuren. Auch ohne Make-Up sind die Schweden auf dem besten Weg, die Kiss des Viking Metal zu werden. Ihr alter Wegbegleiter Peter Tägtgren, seines Zeichens fanatischer Kiss-Liebhaber, wäre da doch als Produzent eine nette Wahl gewesen. Immerhin hat das Hypocrisy- und Pain-Mastermind nach vielen Jahren Auszeit als Produzent kürzlich Legion Of The Damned und Belphegor aufgenommen. "Ich freue mich, dass er wieder im Geschäft ist", meint Amon Amarth-Fronthüne Johan Hegg, "aber wir haben gar nicht erst diskutiert, wieder ins Abyss Studio zu gehen und es wäre auch sicher nicht der richtige Schritt für uns gewesen. Persönlich denke ich, dass wir uns lieber vorwärts orientieren sollten, statt zurückzublicken." Insofern ist das neue Album "Surtur rising" auch kein Rückblick auf den alten "The crusher"-Klassiker "Releasing surtur's fire". "Damals schrieb ich meine eigene Variante der Mythologie. Statt die philosophischen Hintergründe zu betrachten, erfand ich einfach eine spannende Story. Das kommende Album dagegen hält sich stark an die mythologischen Vorgaben des Zusammentreffens von Surtr und Fryer beim Ragnarök." Surt, oder im alten Sprachgebrauch Surtr, tötet den unbewaffneten Gegner im Kampf. Ist er ein Darth Vader-Charakter, ein Tyrann von der dunklen Seite der Macht? "Ich sehe ihn nicht als ambivalente Figur", bekundet Hegg, "für mich ist er weder gut noch böse. Er ist einfach ein Teil des gewalttätigen Universums. Sollte es einen Darth Vader in dieser Mythologie geben, dann wäre es Loki, der allerdings noch verschlagener und hinterlistiger ist." Den von Surt angezettelten Weltenbrand beschrieb Johann in "Releasing surtur's fire" als Chance zu einem Neubeginn. "Auch das sehe ich wertfrei, schlicht als unausweichlichen Fakt. Jeder kann seine eigenen Berechnungen anstellen, bis wann die Menschheit ausgelöscht sein wird. Die Art und Weise, wie wir den Planeten Erde und uns gegenseitig behandeln, sagt mir, dass wir ganz schön am Ende sind. Ob Surtr als geologisches Phänomen beteiligt sein wird, sei dahingestellt", verweist Hegg auf die Assoziation des Feuerriesen mit Vulkanismus. "Als mythologischer Charakter ist er eben so interessant, weil er sowohl für den Beginn wie auch das Ende des Universums steht. Natürlich kann man Ragnarök wortwörtlich als den Anfang vom Ende des Universums begreifen. Philosophisch könnte es aber auch das Ende einer Ära sein, hervorgerufen durch Evolution oder Revolution. Ein Waldbrand zerstört beispielsweise die Vegetation, ist eine schreckliche Gefahr für Mensch und Tier - gleichzeitig ermöglicht seine Asche aber auch danach die Ansiedelung und das Wachstum von neuen Pflanzen."
Donnernde Götterdämmerung
von Björn Thorsten Jaschinski (14.07.2008)Ihre Eroberungsfeldzüge bringen immer reichere Beute ein und das Heer der Anhänger wächst konstant. Selbst ein schwächeres Werk wie "Fate of norns" konnte daran nichts ändern, und "With oden by our side" wetzten die Feldherren aus Tumba bei Stockholm...
WeiterlesenIhre Eroberungsfeldzüge bringen immer reichere Beute ein und das Heer der Anhänger wächst konstant. Selbst ein schwächeres Werk wie "Fate of norns" konnte daran nichts ändern, und "With oden by our side" wetzten die Feldherren aus Tumba bei Stockholm die Scharte schnell wieder aus. Genau zwei Jahre nach eben jenen Aufnahmen, kehrten sie ins Fascination Street Studio von Jens Bogren zurück, um "Twilight of the thundergod" entstehen zu lassen. Das Studio im Umland von Örebro ist in einer ehemaligen Bar untergebracht - kein Wunder, dass Amon Amarth sich dort wohlfühlen. "Außerdem gibt es in vertretbarer Gehdistanz einen Supermarkt", frohlockt Johann Hegg. "Jens hat neue Ideen und Perspektiven in Songwriting und Sound eingebracht. Zum Feiern sind wir allerdings nie in die Stadt gegangen. Dafür war unser guter Freund Kentha von The Project Hate zu Besuch." Die Bemühungen, an jenem Abend die Grillkohle zu entzünden wurden in einem der kurzen Studio-Videoblogs festgehalten, die online gestellt wurden. Fazit: Die ,Masters of war' sind keineswegs die Meister des Barbecues. Viele verwertbare Einblicke in klangliche Aspekte des siebten Studioalbums bieten die erwähnten Kurzfilme nicht. Momentan ranken sich nur Mythen um die zehn Songs und der Fronthühne mag wenig mehr enthüllen, als jene Titel, die ohnehin schon auf der Homepage der Band genannt sind. Momentan steht nicht einmal das Coverartwork. "Ich habe einen typischen Schreibstil für meine Texte und einen prägnanten Gesang, den ich allerdings etwas variieren wollte. Er sollte noch besser zu den Riffs passen. Damit will ich nicht sagen, dass die beiden Komponenten vorher keine Einheit gebildet haben, aber vieles hat sich ständig wiederholt. Ich kam mit weitgehend fertigen Texten ins Studio und habe hier recht spontan mit unterschiedlichen Rhythmen und Phrasierungen experimentiert. Aber keine Angst: Es wird keinen Klargesang geben." In "Knocking at your back door", Deep Purples Ode an den Poposex, singt Ian Gillan "It's not the kill, it's the thrill of the chase" und meint damit, dass das Jagdfieber oft prickelnder ist, als das Erlegen der Beute. "Live for the kill" scheint dieser Philosophie energisch zu wiedersprechen. Jedenfalls handelt der Text nicht von Johans Qualitäten als Jäger, der sich seinen Sonntagsbraten selbst schießt. "Ich bin ein grauenhafter Schütze, das habe ich in der Armee schon bewiesen und auch später, als wir uns in Kanada auf einem Schießstand betätigten. ,Guardians of asgaard' kann lyrisch natürlich auf die Band bezogen werden und ,Tattered banners and bloody flags' ist ein sehr ungewöhnlicher Titel für uns - Oli muss dabei immer an Bolt Thrower denken. Musikalisch ist es aber ein typischer Amon Amarth-Song. ,Twilight of the thundergod' ist das vielseitigste Album bisher. Wir haben unseren Sound weiterentwickelt ohne uns zu sehr zu verändern. Wir wollen die Fans nicht verängstigen. ,Fate of norns' war zu statisch, nach der Hälfte dachte man ,Oh, wie spannend: Noch ein Midtempo-Song."
Optische Vollbedienung
von Markus Eck (03.04.2006)Vermeintlich allzu lange haben die schwedischen Mattenschwinger um Sänger Johan Hegg ihre Fans warten lassen, doch jetzt endlich lassen Amon Amarth ihre erste offizielle DVD vom Stapel. Diesem medialen Defizit waren sie sich laut Aussage von Vollbart...
WeiterlesenVermeintlich allzu lange haben die schwedischen Mattenschwinger um Sänger Johan Hegg ihre Fans warten lassen, doch jetzt endlich lassen Amon Amarth ihre erste offizielle DVD vom Stapel. Diesem medialen Defizit waren sie sich laut Aussage von Vollbartträger Johan auch vollauf bewusst und daher fahren die international erfolgreichen Viking Death Metal-Könner mit "Wrath of the norsemen" gleich das volle Nordbrett auf: Ganze 3 DVDs sind in der Vollbedienung enthalten, welche in absolut aufwändiger Gestaltung in die Shops kommt. "Für ,Wrath of the norsemen' ließen wir letztes Jahr eine Amon Amarth-Show in Köln aufzeichnen. Der Auftritt, mit 23 gespielten Stücken unser längster Live-Gig bislang, war einfach grandios. Die gesamte Dauer auf der Bühne betrug beinahe zweieinhalb Stunden. Wir fuhren das komplette Programm auf: Massivstes Wikinger-Flair und massenweise detonierende Pyros. Es war eine verdammt gut Zeit auf den Brettern und im Auditorium. Die gigantisch gute Stimmung im Publikum war wirklich überwältigend, von daher können sich die Käufer des DVD-Packages auf einiges gefasst machen." Aber auch sonst sind die fünf Schweden-Berzerker mit den jüngst vergangenen Auftritten vollauf zufrieden: "Da waren so einige unvergessliche Shows dabei - beispielsweise das SummerBreeze- oder auch das PartySan-Open Air. Sehr gut lief auch unsere komplette US- und Kanada-Tour, die wir mit Children Of Bodom absolviert haben." Wie Johan mir anschließend verdeutlicht, kam die lange Wartezeit auf eine Amon Amarth-DVD nicht von ungefähr zustande. "Erstens haben wir eine solche Veröffentlichung bisher ja noch nie gemacht - und zweitens wollten wir sie natürlich so anspruchsvoll und vollwertig wie nur irgend möglich gestalten. So nahm es schon ein ziemlich großes Zeitkontingent in Anspruch, bis wir alles für ,Wrath of the norsemen' zusammengetragen hatten. Nicht weniger lange benötigten wir dann nachfolgend mit der Auswahl, was denn nun genau vom Vorhandenen auf die DVDs gepresst werden sollte und was nicht. Daneben tourten wir ja wie gesagt sechs Wochen durch Amerika, und in dieser Zeit war uns ein effizientes Arbeiten am DVD-Release praktisch nicht möglich."