Information
Enthält neun unveröffentlichte Songs und Video-Material von 1985 bis 1993.
EMP Redaktion
Laufzeit: ca. 80 Min.
Sprache: Englisch
PAL
Eine feine DVD-Plus, welche die Herren der deutschen Heavy Metal Legende schlechthin mit diesem Silberling vorlegen. Die Audio-Seite enthält neun Songs, samt und sonders unveröffentlicht. Neben fünf Demoversionen bekannter "Breaker"-Klassiker gibt es einen Japan-Bonustrack, eine Akustikversion von "Writing on the wall" und zwei nie veröffentlichte Songs aus den "I'm a rebel"-Sessions. Den Großteil der DVD-Seite nehmen die "Staying a life" Show aus Osaka von 1985 (12 Songs), sowie sieben Videoclips (absolut legendär: "I'm a rebel"!) ein. Dazu kommen drei Songs einer Show aus Sofia von 1993, eine kleine Auswahl an Behind The Scenes Material, 26 Photos und eine ausführliche Biographie, welche aber auf meinem Exemplar in den Photoordner gerutscht ist. Vorbildlich ist die Discographie ausgefallen, welche nicht nur sämtliche Albencover und Texte enthält, sondern auch mit vereinzelten Audiodateien (mindestens zwei pro Album) zum Anklicken ausgestattet ist. Vorbildlich! Abgerundet wird diese durch und durch empfehlenswerte DVD mit diversen Weblinks. Sollte man als Accept-Fan auf jeden Fall besitzen! (Andreas Reissnauer - 06/02)
Interview
Bang time
von Jürgen Tschamler (05.03.2012)"Blood of the nations" war Überraschung und Erfolg gleichermaßen. Selbst Kritiker mussten dem Comeback-Album von Accept eine enorm hohe Qualität attestieren und Neuzugang Mark Tornillo (ex-T.T.Quick) am Mikro wird sogar als der bessere Dirkschneider ...
Weiterlesen"Blood of the nations" war Überraschung und Erfolg gleichermaßen. Selbst Kritiker mussten dem Comeback-Album von Accept eine enorm hohe Qualität attestieren und Neuzugang Mark Tornillo (ex-T.T.Quick) am Mikro wird sogar als der bessere Dirkschneider gehandelt. Die Messlatte liegt hoch, die Erwartungen der Fans sind enorm. Mächtig Druck also im Kessel. "Stalingrad", so der Titel des zweiten Accept-Albums nach der Wiedergeburt, erfüllt alle Erwartungen mit spielerischer Leichtigkeit und steht locker auf Augenhöhe mit "Blood of the nations". Bandleader, Kultriffer und Kopf der Band, Wolf Hoffmann, klärt auf über den kontrovers/provokativen Albumtitel. "Uns hat das Thema gereizt, da das eben eine spannende Geschichte ist, nicht nur aus historischer Sicht, sondern weil es auch ein Wendepunkt des zweiten Weltkriegs war. Die Geschichten über Stalingrad kennt man ja und für einen Metalsong ist das eine geeignete Story. Aus sehr persönlicher Sicht zweier tödlich verwundeter Soldaten, die auf dem Schlachtfeld erkennen, dass sie doch eher Brüder sind als Gegner. Ich hoffe, der Text kommt bei den Leuten richtig rüber. Anderseits hatten wir auch Freude daran, ein Thema aufzugreifen, das einfach kontrovers ist. Über die letzten Wochen haben wir gemerkt, dass bei dem Wort Stalingrad die Emotionen doch noch hoch kochen. Um nicht in die falsche Ecke gedrängt zu werden, haben wir auch in letzter Sekunde das ursprüngliche Cover noch geändert. Obwohl, jeder der Accept kennt, würde sagen, dass es total lächerlich ist, wenn man uns in eine politische Ecke drängen würde, die nicht unser Ding ist." Erneut habt ihr mit Andy Sneap als Produzenten gearbeitet. Gab es einen generellen Unterschied zur ersten Zusammenarbeit bei "Blood of the nations"? "Es war dieses Mal wesentlich einfacher, da wir wussten, wie wir klingen wollten und wie unser Stil ist. Wir hatten mehr Songs geschrieben, die in unsere Richtung gingen. Beim letzten Mal waren wir diesbezüglich eher unsicher, wie man Accept nach der langen Pause wieder ansiedeln soll. Wir hatten Songs geschrieben, die eigentlich völlig ungeeignet waren, das war jetzt alles klarer und die Zusammenarbeit mit Andy war erneut absolut super." "Blood of the nations" hat sich verdammt lange in sehr vielen Leser-/Magazin- sowie offiziellen Charts gehalten. Wie siehst du diesen Erfolg rückwirkend? "Unglaublich, ich bin da immer noch von den Socken. Das Ding ist hier und da immer noch auf Platz eins oder zwei in den Lesercharts. Kein Mensch hat mit solch einem Erfolg rechnen können. Die Platte ist jetzt fast eineinhalb Jahre raus. Für uns als Accept ist solch ein langanhaltender Erfolg eines Albums absolutes Neuland." Ihr seid ja nun auch nicht mehr die jüngsten (hä, hä), Exzesse auf Tour fallen da wohl aus. Was war auf eurer Welttour zu "Blood of the nations" das Verrückteste, das ihr getan habt? "Wir machen nix Verrücktes, wir haben noch nie groß was Verrücktes gemacht. Wir sind schon immer auf dem Boden geblieben und waren noch nie die absoluten Partylöwen. Es gibt ab und zu mal 'ne Party und da wird auch was getrunken, das war es auch schon, denn touren ist super anstrengend." Was war rückblickend auf die Tour das Beeindruckendste? Was waren die Highlights? "Ich nenne dir mal zwei/drei Beispiele von Gigs, die echt herausstechen, obwohl alle Shows sehr gut waren. Da waren keine Katastrophen oder besonders schlechte dabei. Die Shows mit AC/DC vor 80.000 Leuten waren phänomenal und die Show beim Rock Hard Festival. Quasi die erste Show auf deutschem Boden mit dem neuen Sänger. Zudem ist mir die Show auf dem Sonisphere Festival in Istanbul noch in sehr guter Erinnerung. Da waren wir zuvor noch nie und spielen in einem Stadium vor 20.000 Leuten und alle singen die Songs mit. Das war der Hammer."
Welcome back!
von Markus Eck (22.03.2010)Um eine weltberühmte Schwermetallkanone vom Kaliber dieser immensen Größe nach langer Feuerpause wieder zu zünden, dazu bedarf es für gewöhnlich schon eines sehr triftigen Angriffsgrundes. Und im Falle der respektierten Vorreiter Accept heißt dieser ...
WeiterlesenUm eine weltberühmte Schwermetallkanone vom Kaliber dieser immensen Größe nach langer Feuerpause wieder zu zünden, dazu bedarf es für gewöhnlich schon eines sehr triftigen Angriffsgrundes. Und im Falle der respektierten Vorreiter Accept heißt dieser Grund glücklicherweise nicht nur Mark Tornillo! Denn auch die brandneuen Kompositionen, welche dieses begnadete amerikanische Ausnahmetalent so kraftvoll-kernig vokalisiert, machen aus dem anstehenden Studioalbum "Blood of the nations" einen echten Knaller - aufreibende Reminiszenzen an ewige Accept-Klassiker wie beispielsweise "Metal heart" oder auch "Russian roulette" inklusive. Ebenso große Überraschung: Sympathikus und ex-TT Quick-Frontmann Tornillo erinnert in seinen markantesten Momenten auch noch an grandiose Dirkschneider-Zeiten.
Wie Gitarrist Wolf Hoffmann uns freudig gestimmt zu berichten weiß, hätte die ersehnte Reunion ohne den guten Mr. Tornillo wohl wirklich niemals stattgefunden. "Als mein Gitarrenkollege Peter Baltes und ich ihn das erste Mal beim Vorsingen hörten, sahen wir uns verdutzt an und waren uns schlagartig einig, dass wir wieder was mit Accept Musik machen wollten. Seine Stimme passt einfach perfekt zu unserem Sound. Zudem ist er ein echt netter und vor allem total unkomplizierter Typ - jahrelanger Accept-Fan noch dazu." Auf die hohe Qualität der neuen Songs von "Blood of the nations" angesprochen, erwidert der vor einigen Jahren nach Nashville, Tennesee ausgewanderte Saitenprofi: "Es freut mich und ich bin angenehm überrascht, dass diese Stücke derart zu gefallen wissen. Denn auch hier lief es für mich wie immer: Wenn man so lange die eigenen Kompositionen ausarbeitet, verfeinert, ausarrangiert etc. wie ich das stets mit der Band tue, kann man irgendwann gar nicht mehr genau sagen, ob man da nun etwas wirklich Bedeutungsvolles beziehungsweise Tolles geschaffen hat. Das war auch schon ganz genau bei unseren größten Albumerfolgen der Fall - für mich fühlt sich das immer so an wie eine Geburt und ich denke mir auch derzeit wieder, hoffentlich alles richtig gemacht zu haben." Dass die neue Platte letztlich auch noch den urtypischen erdigen Accept-Sound innehat, ist laut Aussage von Wolf ein großer Verdienst von Starproduzent Andy Sneap, seines Zeichens ebenfalls langjähriger Fan der einst aus Solingen gestarteten Heavy Metal-Erfolgsmodelle. "Seine auf Erfolg programmierte Methode: Er sperrte uns mit ,Restless and wild', ,Balls to the wall', ,Metal heart' und ,Russian roulette' tagelang bei sich in den Studioräumen ein und ließ uns die Scheiben immer wieder durchhören - bis wir uns ganz genau allesamt in den Sinn gemeißelt hatten, wie wir auf ,Blood of the nations' zu klingen haben." Das erklärt natürlich so einiges.